Archiv für August 2011

Sagrotan

Inhalt: Muddi hat ne oberflächlich saubere Wohnung, an mancher Stelle schimmelts trotzdem. Sie macht uns vor alles mit Sagrotan wegzuspühen. In der ganzen Wohnung wimmelt es von Bakterien und alle werden irre krank wenn man die nicht beseitigt.

Meine Sicht: Muddi hat ne echt siffige Wohnung, denn schimmeln sollte es nicht. Udn vom Sprühen allein verschwindet der Schimmel sicher…. nicht. Das Wegwischen spart sie sich nämlich. Dreck ist böse.

Na dann, Muddi. Viel Spaß mit deinem polyallergischen Kind.

Und schon wieder Coka-Cola

Inhalt: Ein Büro voller Mädels, schönes Wetter viel zu tun. Chefin kommt – biestiges Stück mit biestigen Assistentinnen- drückt noch mehr Arbeit auf.

Meine Sicht: Ein Büro voller Marionetten, die sich lieber schwarzärgern, als den Mund aufzumachen. Die Mädels so dürr, dass man dafür gar keine Schauspielerinnen nehmen konnte, ohne Ärger mit Amnesty zu bekommen. Und mit dem Konsum von kalorienfreiem – dafür aspartamhaltigen – Zuckerwasser lässt sich alles aushalten, da macht es auch nichts, dass die Girlies (und die drei Quotengerippemänner) klingen wie Zombies nach einem Piranhabad.

Immerhin passt der Soundtrack: She’s a maniac.

Coka-Cola

Inhalt der Werbung: Kind kommt nach Hause sitzt im Zimmer, macht sich ne Coke auf. Auf einmal lauter andere Kinder in einem großen Raum, jeder für sich vor einem Spiegel.

Meine Gedanken dazu: Kind ist alleine, säuft Zuckerwasser setzt sich vor den Rechner ist umgeben von tausenden Kindern die genau das Gleiche tun. Virtuelle Gesellschaft. Konsumieren, nicht denken, denken lassen. Gemachte Informationen konsumieren. Menschsein verlernen ohne Menschen.

Spekulatives Zuschauen

Ein Spaß ist es nebenher den Brsenticker laufen zu lassen und mit den Kollegen zu wetten wie weit der Dax sich diesmal in die Hoehle gräbt. Und was für obskure Boersenangebote man derzeit bekommt. Das letzte Mal, dass ich so gebannt auf die Boerse gekuckt hab war als die Telekom Aktie auf den „Markt“ geworfen wurde. Keine Ahnung warum aber der Ticker war für mich endspannend. d nicht t.

Ja, der Einstieg ins Sozialwesen gestaltet sich schwerer als gedacht. Naja, nicht aufgeben und nach Alternativeinstiegsmoeglichkeiten suchen. Was für ein Wort. Ich will das und irgendwie komm ich da hin, wenn wer nen Tip hat, her damit! Mein Plan ist erstmal mein Abi nachzuholen. Das ist nie schlecht. Schon bloed, wenn ich mir vorstell, ich hätte das alles so viel leichter haben koennen, wäre ich nur nicht so voellig abgedreht gewesen mit 18. Aber ich wollt ja nicht auf Mama hoeren. Derweil ist die so cool und gscheid. Da war die einzige Moeglichkeit zum trotzen eben bloed und uncool zu sein :)

Aber ich bin bei mir angekommen – om.

Wobei ich mir grad ein wenig Gedanken mache ums „zufrieden trocken sein“. Denn, ich bin grad nicht so zufrieden. Und es ärgert mich, dass ich mir auf Grund der fehlenden Beziehung solche Gedanken mache. Ich hab ja nen festen Stand, nen Plan, sowas wie ein Ziel. Freunde. Andererseits bin ich ganz froh, dass der Hoehenflug mal abflacht. Ich hatte schon die Befürchtung nun manisch zu sein, so gut war ich drauf.

Es ist natürlich auch der Blick über meinen Tellerrand der mich hadern lässt. Diese Volksverdummung, die eingekauften Nachrichten, Meinungsmache, Loecher stopfen, Refoermchen basteln.
Wir haben in der Arbeit mal angedacht siebenmal „warum“ zu fragen, wenn ein Fehler passiert. Merkel, Cameron und Co fragen ja nicht einmal. Da ist eine Hilflosigkeit in mir die mich momentan sehr lähmt. Ich schreibe Zeitungen an und frage sie warum sie ihr Stellung nicht nutzen und mit uns kämpfen und nicht dem Geld nach dem Mund reden. Aber welches Massenmedium ist schon unabhängig. Schreibt der Journalist etwas über einen Konzern, dann fallen eben die Werbeeinnahmen weg – das geht natürlich nicht. Also zensiert sich der Journalist selbst. Vorgestern in den Nachrichten: Der Journalistenstreik ist zu Ende. Hand hoch, wer von euch wusste, dass Journalisten streiken? Und wer glaubt ihr hat währenddessen die Nachrichten verfasst?

Und die Bilder aus Syrien, Afrika, Libyen, China, etc pp die jeden Tag meine Wall sprengen. Und ich sitz satt und gelähmt rum. Was kann ich tun? Petitionen unterschreiben, Geld spenden. Na klar, alles getan und tu ich weiterhin. Ich fühl mich so verdammt passiv. Sitze in der Arbeit und denk mir, man die Welt wacht auf, die Leute geben ihr Leben für die Freiheit und du schiebst Ziffern von einem Konto aufs nächste während ich den Dax beobachte. Chef – das mach ich natürlich in der Mittagspause.

Was tut ihr? Was tut ihr gegen die Hilflosigkeit? Fühlt ihr euch manchmal hilflos ob der Situation auf diesem unseren Planeten? Dieser Kugel auf der wir ALLE leben? Und der Menschheit die sich von Zahlen hat versklaven lassen?

ONE

Per pedes in die Zukunft

Jo, komische Zeit gerade. In England gibts Randale, in Spanien gehens auf die Straße, in Chile auch, Griechenland eh, Israel. Und die Journalisten streiken. Was für ein Glücksfall für die deutsche Presselandschaft. Äh,… den Medienmogul. Deutschland nicht… Hier wartet man lieber erstmal ab, uns gehts ja gut. Jo, ich mach mir jetzt auch erstmal was zum Essen.

Oder aber kollaboriert gar mit Rechten. (Selbst) Anonymous ist unterwandert von Esonazis… Rechts, mitte, links. Oben, unten. Jeder hat was zu sagen. Manche viel und andere laut. Nichts gesagt. Und bloß nichts kritisieren. Is ja alles unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit. Sicher.

Nix da. Mach den Mund auf und nenn sie beim Namen, die Nazis, die versuchen zu unterwandern. Und es sind viele. Egal ob Tierschützer, Anti-Kinderschänder, Öko, Eso, Menschenrechte… lieber zweimal schaun.

Ich befürchte ich hab zu viel Endzeit gelesen. Erst Das Vaterland dann Die Straße. Beim Vaterland diese Geschwindigkeit in der der dein Freund zum Feind wird. Deine Worte unter Strafe stehen, und man schon nen falschen Blick als Zweifel am System wertet. Und das ist ja nicht 1984. Das ist 1933 geschrieben worden. Alles selbst erlebt oder von vertrauenswürdigen Menschen erzählt bekomen. Nix Fiction, real life. Uh.

Die Straße. Quasi die gleiche Scheiße. Von heute auf morgen ist alles anders. Gehörst du zu den „Guten“, zu den „Bösen“? Verrätst du deinen Nachbarn, wirst du ihn fressen oder nicht? Wagst du den Weg überhaupt? Ich weiß ja nicht ob ich es tun würde. Wozu? Wenn es nach jeder Biegung aussieht wie davor? Was ist es das noch wichtig ist? Gut, das Kind ist natürlich ein Totschlag-Argument. Natürlich kann man es nicht alleine lassen. Aber würdest du es deinem Kind zumuten in dieser toten Welt zu überleben zu müssen?

Udn jetzt schau ich in die Welt und habe ein klein wenig Angst vor dem was da auf uns zu rollt. Das kann ja grad alles sein. Relovution, totaler Überwachungsstaat, alle rasten hart aus, who knows. Aber man könnt ja mal aufstehen und was machen. Der „Urlaub für die World Revolution“ ist genommen. Dann marschier ich mit nach Brüssel? Ich denke schon. Vom Nölen allein werds nix.

Bah!

Also, ich hab ja jetzt echt lang nichts geschrieben. Grad am hadern mit der Welt (mit was sonst, dem Spiegel oder der Zeit etwa? Zitat Ende ;)

Einerseits bin ich voller Energie und möchte soviel tun und auf der anderen Seite fühle ich mich so unendlich machtlos. Dieses Gefühl, dass keiner hinsehen will was passiert. GentrifieziWAS? Syrien? Spanien? Wahlrecht? Echte Demokratie? Tausend Fragezeichen schlagen gegen mein Hirn. Von aussen. Und ich frage mich, wieso informiert ihr euch nicht? Warum ist es egal was auf dieser Welt passiert? Geht es euch erst etwas an, wenn es euch direkt und akut betrifft oder gar bedroht?

Ich sehe jeden Tag so viele Bilder aus Syrien. Diese Menschen werden niedergemetzelt. Frauen, Kinder, Männer, Alte, Junge. Das seit Monaten. Und jetzt wird endlich mal zaghaft darüber geredet. Wie abgestumpft sind wir, dass man sowas beiläufig erwähnen kann, eine Randnotiz. Tote Menschen sind nicht wichtig, hier geht es nämlich um große Politik. Wenn der den angreift könnte der so reagieren und dann mischt der sich noch ein und, tja dann… BAM. Wie seid ihr nur alle drauf. Eine Kugel und keiner bekommt den Hals voll.

Wer seid ihr schon, ihr Politiker, ihr Banker und ihr Industriellen. Arme Würstchen ohne Anstand und Herz. Ihr tretet für fiktive Zahlen die Menschenrechte mit echten Füßen. Vergiftet sie mit eurem Müll und glaubt allen ernstes, dass ihr hier lebend rauskommt.

Werdet ihr nicht, versprochen.